TREBEL.DE
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Orgel

Die Orgel von Johann Georg Stein

Die 1777 vom Orgelbauer Johann Georg Stein in Trebel erbaute Orgel ist das einzige Instrument in der Tradition des mitteldeutschen Orgelbaus, das vollständig in seinem ursprünglichen Zustand erhalten ist. Sie nimmt damit eine besondere Stellung in der norddeutschen Orgellandschaft ein. Zahlreiche und umfangreiche Restaurationsarbeiten mußten im Laufe von 200 Jahren an der Orgel vorgenommen werden. Im Mai 2001 wurden die letzten aufwendigen Arbeiten abgeschlossen. Jetzt erklingen die Pfeifen wieder und begeistern nicht nur das Ohr sondern erfreuen auch den Betrachter.

Das Besondere der Orgel in Trebel ist der brillante und gut fundierte Klang in Verbindung mit ihrem schmucken Äußeren, erklärt der Orgelbaumeister Jürgen Ahrend, der zusammen mit 7 weiteren Mitarbeitern die Restaurationsarbeiten durchgeführt hat. Nach den Restaurierungsarbeiten ist wieder das gesamte orginale Pfeifenwerk präsent und die Orgel wird wieder so klingen wie in alter Zeit. An manchen Tagen und Nächten wird die Trebeler Kirche zur besonderen Konzerthalle. Es werden Orgelnächte und klassische Konzerte auf der historische Orgel veranstaltet.

Orgel in Trebel

Warum hat der kleine Ort Trebel so eine prächtige Orgel?

Wie ist es zum Bau dieser prächtigen und wertvollen Barockorgel in der relativ kleinen Kirchengemeide Gartow gekommen? "Die Bernstorffs haben seit dem Erwerb der Grundherrschaft Gartow im Jahr 1694 u.a. das Patronat über die Kirchen in Trebel und Gartow inne. Fast in allen Generationen ist seither eine enge Verbundenheit zwischen den Patronatsherren und den Kirchen, für die sie verantwortlich sind, zu beobachten. Sicher repräsentieren solche Orgeln auch die Macht und das Ansehen des Grundherren. Es ist aber in diesem Fall eher zu vermuten, dass die geistliche Orientierung der Bernstorffs des Ausschlag für den aufwändigen Orgelbau bildete." So vermutet Andreas Graf von Bernstorff ein Nachfahre der Auftrageber.

Die Renovierung der Orgel

Nach 200 Jahren war es soweit, dass die Orgel in einen alamierenden Zustand geriet. Im Orgelrevisionsbericht vom 8. April 1991 formuliert Axel Fischer als zuständiger Orgelrevisor unmissverständlich:"Die Erhaltung des einzigen vollständigen erhaltenen Orgelwerks von J.G.Stein ist in einzelnen Teilen akut bedroht, wenn nicht baldmöglichst eine qualifizierte Restaurierung in Angriff genommen wird. (S.19)

Ungünstige klimatische Verhältnisse in der Kirche, insbesondere im Orgelbereich, wurden als Grund für den schlechten Zustand der Orgel genannt. Die Luftfeuchte sank vor allem in der Heizperiode auf sehr niedrige Werte ab, die für die Orgel unter keinen Umständen akzeptiert werden konnten. Auch Holzwurmbefall, schon immer ein Problem diser Orgel, zeigte sich an vielen Stellen.(S.19)

Unter 6 Farbschichten führten die Holzwürmer trotz früherer Bekämpfung ein munteres Dasein. J.G.Stein hatte die Orgel ursprüglich ohne Bemalung geliefert. Die später augetragene Farbe wurde durch den Restaurator Helmer Hut wieder hergestellt, der auch mit Akribie die originalen Registerschilder ergänzt hat. Das sehr empfindliche Metallpfeifenwerk war in beklagenswertem Zustand. Die Holzpfeifen waren wegen Wurmbefalls teilweise ausrangiert worden - sie gaben keine Töne mehr von sich. Es fehlte vor allem die barocke Klarheit und Frische im musikalischen Höreindruck.

Jürgen Ahrend, der die Restaurierungsarbeiten geleitet hat und die 7 Mitarbeiter suchten nach Lösungen für viele Probleme. Wie behandelt man z.B. durchgespielte Ebenholztasten, wenn man Substanzverlust vermeiden will? Durch pulverisiertes Ebenholz, mit Kleber vermischt, wurden die Gruben in den Tasten wieder unsichtbar aufgefüllt.

Das Landeskirchenamt in Hannover hat die Hauptlast der Finanzierung getragen. Darüber hinaus haben sich zahlreiche Spender an den Kosten der Restaurierung beteiligt. Ihnen allen danken wir herzlich.

Quelle: Die Johann-Georg-Stein-Orgel (1777) in der ev.-luth.Kirche zu Trebel

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