Metropole
Eine Marktchronik der Hauptstadt Trebel
Märkte haben in den vergangenen Jahrhunderten auch auf dem Lande eine große Rolle gespielt: Sie bedeuteten viel im Wirtschaftsleben der Bevölkerung, sie waren Nachrichtenbörse, Orte der menschlichen Begegnung und natürlich auch der Geselligkeit. Sie waren das große Ereignis im Jahr, auf das sich die Bauern und die übrige Landbevölkerung intensiv vorbereiteten. Die Waren mussten bereit sein, Geld musste gespart werden und es wurde festliche Kleidung angelegt. Die Händler reisten teilweise von weit an und boten Waren feil, die es in der übrigen Zeit des Jahres nicht zu erwerben gab.
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In den alten Chroniken über das Wendland wird der "Markt im großen Trebel" um 1548 neben dem von Plate und Satemin genannt. Zweimal im Jahr wurde in Trebel Markt gehalten: Am Freitag nach Kantate (Frühjahrsmarkt) und am Mittwoch nach Michaelis (Herbstmarkt). Der hiesige Markt war so bedeutungsvoll, dass er in den Marktkalendern des 16. – 18. Jahrhunderts von Brandenburg/Preussen und von Braunschweig-Lüneburg/Hannover verzeichnet war.
Neben den typischen Landerzeugnissen, nahmen die Handwerker (besonders die Schuster, aber auch Schneider, Gerber, Schmiede und Knopfmacher) und die "Höker" (Händler) einen großen Raum ein. Natürlich fehlten auch die Bier- und Schnapsbuden nicht. Für die Kinder gab es Süßigkeiten.
Im 18. Jahrhundert kam ein großer Viehmarkt hinzu, der aber zeitweilig durch Tierseuchen ausfallen musste. Seinen Ursprung hatte der Markt auf dem Friedhofsgelände und dehnte sich dann immer mehr auf den heutigen Marktplatz und in die Nebenstrassen aus. Vieh- und Pferdemarkt fand hauptsächlich in Klein Trebel, in der Bäckerstrasse und vor Bollmanns Gasthaus statt.
Auf dem Friedhof zählte man beispielsweise im Jahr 1753 allein 42 Stände mit Zuckerwaren, 53 Verkaufsbuden anderer Art, etliche Handwerker und Bierbuden. Das Standgeld auf dem Friedhof und vor der Kirche kassierte bis 1696 die Kirche. Diese Einnahmen waren für die Kirchengemeinde nicht unerheblich und trugen zur Erhaltung von Kircheneinrichtungen bei. Ab 1696 mussten die Standgelder, die außerhalb des Friedhofes erhoben wurden, an die neue Standesherrschaft, die Frhrn. von Bernstorff aus Gartow, abgeführt werden.
Neben dem Marktreiben fand an den Tagen auch Tanzvergnügen im Wendigschen und Bollmannschen Saal statt. Diese begannen gegen 2 Uhr nachmittags und erst um Mitternacht musste Ruhe einkehren. Ab 1820 wurde sogar vor dem Wendigschen Krug (heute Trebeler Bauernstuben) noch ein goßes Zelt aufgeschlagen.
Im Wendlandplatt hießen der Frühjahrs- und der Herbstmarkt "de Kieker- un de Griepermarkt" (auf dem Frühjahrsmarkt wurden sich die Mädchen ausgeguckt, auf dem Herbstmarkt dann "gegriffen").
Im Laufe des 20. Jahrhunderts ließ die Bedeutung des ländliches Marktes immer mehr nach. Mit der zunehmenden Motorisierung zog es die Menschen zu den größeren Stadtmärkten. Später taten Supermärkte und Versandhandel ein Übriges. Der letzte Trebeler Markt fand im Jahre 1960 statt.
In den letzten Jahren konnte man aber wieder Marktbuden auf dem Marktplatz sehen: Der Wirt der Bauernstuben veranstaltet mehrmals jährlich einen Flohmarkt auf dem Marktplatz in Trebel.
E. Walde/Quelle: W. Neugebauer
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