TREBEL.DE
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Vögel

Hauptsächlich ein Vogelland

Der Landkreis Lüchow-Dannenberg ist mit seiner Fülle reich strukturierter, unterschiedlicher Landschaften vor allem ein "Vogelland", so heißt es im ornithologischen Jahresbericht. Denn hier gibt es viele Vögel zu beobachten, die anderswo längst verschwunden sind: den Reiher am Tümpel, den Storch auf dem Dach, Adler und Milan über dem Auwald, den Kranich im Bruch, singende Nachtigallen bis an den Ortsrand, Neuntöter und Sperbergrasmücke in der Feldmark, sowie den Ortolan an der Straßenallee. Zur Zeit des Vogelzuges sind Scharen von Enten, Gänsen, Schwänen, Kranichen und Schnepfenvögeln im und um das Elbetal zu beobachten (Vogelwelt S.7-8).

Selten gewordene Vögel haben in der Nemitzer Heide einen Lebensraum gefunden. Vögel wie Schwarzkehlchen, Brachpieper, Heidelerche und der Ziegenmelker brüten hier.

Die Heidelerche

Die Heidelerche gehört zu den bedrohten Arten der "Roten Liste". Die Singplätze der Heidelerche liegen meist auf offenen, sonnenexponierten Sandböden, wie wir sie in der Nemitzer Heide antreffen. Auch an den lichten Kiefernstandorten bei Vasenthien, Liepe und Gedelitz singt die Heidelerche. Um sich richtig wohl zu fühlen, braucht sie einzelne Bäume und Sträucher als Sing- und Beobachtungswarte sowie eine Mischung von vegetationsfreier und schütterer Gras-oder Heidelandschaft. Der Bestand im Wendland hat sich deutlich erholt. Anders als das Tirilieren der unzähligen Feldlerchen erklingt das melodische Flöten der Heidelerche in abfallenden Strophen und hört sich an wie ein: "Düdl-dü-lü-lü-lü-lü-lü". Die Heidelerche läßt sich durch ihren sehr kurzen Schwanz leicht bestimmen. Sie verläßt uns im Oktober und kehrt oft schon Ende Februar zurück (Lebensbilder, S.171).

Das Schwarzkehlchen

Das Schwarzkehlchen hat eine ausgesprochene Abneigung gegenüber stark kultiviertem Gelände, deshalb gefällt ihm das Revier auf den ehemaligen Waldbrandflächen der Nemitzer Heide so gut. Der stark in seinem Bestand bedrohte Vogel findet im dicht aufgewachsenen Heidekraut und im Totholz ideale Bedingungen für seine Bodennester. Sein scharfes, wiederholt vorgetragenes "fied - track - track" reißt den einsamen Wanderer aus seinen Gedanken. Durch den Feldstecher läßt sich der aufgeregt mit Schwanz und Flügeln schlagende, schimpfende kleine Kerl bestens betrachten: Sperlingsgroß, schwarzer Kopf, weißer Fleck an den Halsseiten, gelb-rötliche Brust (Lebensbilder, S.174).

Der Ziegenmelker

Der Ziegenmelker wird erst in der Dämmerung aktiv. Dann durchdringt sein minutenlanges hölzernes auf- und abfallende Schnurren die Nacht. Es klingt wie das Zirpen einer Zirkade oder das Geräusch eines ausdauernden Frosches. Selten ist der Ziegenmelker am Tage zu sehen, er setzt sich auf einen Ast oder Baumstamm und rührt sich nicht. Durch seine baumstammartige Farbe ist er optimal getarnt und sein bis über die Augen geschlitzer, riesiger Schnabel ist nie zu sehen. Beim Jagen im Fluge dient ihm der aufgerissene, durch Borsten reusenartig vergrößerte Schlund als wahre Insektenfalle. Pilzsammler oder Wanderer finden vielleicht einmal die beiden Eier seines Geleges, die wie zufällig verloren auf dem Waldboden liegen. Ein Nest baut der Ziegenmelker nicht. Er besitzt die außergewöhnliche Fähigkeit, bei Nahrungsmangel seinen Energiehaushalt zu regulieren. Seine Körpertemperatur sinkt dann bis auf 10 Grad ab und er fällt in eine Starre. Sein Name ist darauf zurückzuführen, dass er in die Ställe der Hirten eingeflogen sein soll, um an den Eutern der Ziegen Milch zu saugen. Im Mai erscheint er bei uns aus seinem Winterquartier und verbringt bei uns die Sommerferien bis Ende August (Lebensbilder, S.174).

Der Ortolan

Der Ortolan gehört zu einer seltenen, wärmeliebenden Vogelart, die sich in Niedersachsen fast ganz auf den östlichen Zipfel, das Hannoverschen Wendland, zurückgezogen hat. Hier in der Gemeinde Trebel haben sich einige Paare niedergelassen. Die hier lebende Population zeichnet sich sogar durch einen eigenen Dialekt aus - den Wendland-Dialekt, wozu es keine andere Art gebracht hat. Überdies fand das Lied des Ortolans Aufnahme in die klassische Musik. Kein geringerer als Ludwig van Beethoven nahm es zum Vorbild für den Beginn seiner bekannten 5. Symphonie in c-moll, Opus 67. Der Ortolan mag trockene Landschaften, auch Gebiete mit Mais, Raps, Kartoffeln, Getreideanbau oder Heidelandschaft. Ideal ist der Lebensraum, wenn einzelne Solitärbäume, kleine Gehölze oder Waldränder über die Landschaft erhöhte Singwarten abgeben (Vogelwelt, S.638).

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